Der Wahnsinn von S-21: Das Höllenloch der Roten Khmer

08-05-2015 13:32:01 Autor:   James Burke Kategorien:   Geschichte , Menschenrechte , Gesellschaft

Vor 40 Jahren übernahmen die maoistisch inspirierten Roten Khmer die Kontrolle über Kambodscha. Obwohl sie nur von 1975 - 1979 an der Macht waren, schafften sie es, geschätzte 1,4 bis 2,2 Millionen Kambodschaner und Menschen anderer Herkunft zu ermorden. Zu der Zeit zählte die Bevölkerung von Kambodscha nur 7 bis 8 Millionen. (Anm.d.Redakt.: Die Kommunistische Partei Chinas unterstützte die Roten Khmer logistisch, ideologisch als auch waffentechnisch, nur so war ein Genozid in dem beschriebenen Ausmaß möglich.)

Die Opfer der Roten Khmer kamen aus allen Teilen der Bevölkerung, einschließlich ihrer eigenen Mitglieder. In einem Vorort der Landeshauptstadt Phnom Penh verwandelten die Roten Khmer eine Hochschule in ein geheimes Folter-, Verhör- und Hinrichtungszentrum.

Es wurde S-21 genannt, eines von mindestens 150 Hinrichtungszentren, die im ganzen Land errichtet worden waren, das die Roten Khmer in Demokratisches Kampuchea umbenannt hatten. Es ist bekannt, dass mehr als 14.000 Menschen nach S-21 geschickt worden waren, aber man nimmt an, dass nur 7 überlebten.

Jeder wurde nach S-21 geschickt unabhängig vom Alter, sogar kleine Kinder.

Kampuchea gehörte zu der Art "Höllenloch", in der die ganze Familie schrecklich leiden musste, wenn einer aus der Familie in Schwierigkeiten geraten war.

In dem 2:40-minütigem Bericht unten, spricht einer der wenigen Überlebenden darüber, wie er in dem "Höllenloch" überlebt hatte, und wie die früheren Führer der Roten Khmer vor Gericht gestellt werden sollten:

Die meisten der Opfer von S-21 waren Kambodschaner, aber es gab auch ausländische Opfer, besonders Vietnamesen, von denen fast 500 dort getötet wurden. Unter den Westlern, die dort hingesandt und im Zentrum ermordet wurden, gab es vier Franzosen, zwei Amerikaner, zwei Australier, einen Briten und einen Neuseeländer.

Die abwechselnden Foltermethoden, die in dem Verhörprozess des Zentrums angewandt wurden, zielten darauf ab, ein Geständnis zu einem politischen Verbrechen zu bekommen, egal wie lächerlich die Anklagen vielleicht waren. Verbrennen mit heißen Metallgegenständen, Stromschläge, und sogar das Abziehen der Haut bei lebendigen Leib waren einige der Grausamkeiten, die in die Praxis umgesetzt wurden.

Es gab auch Fälle von medizinischen Experimenten, die bei einigen Gefangenen durchgeführt wurden.

Gefangene wurden typischerweise für 2 - 3 Monate in S-21 festgehalten. Falls sie nicht durch die Erniedrigungen und Folter starben, wurden sie in ein Tötungsareal gebracht, in dem die Soldaten der Roten Khmer Eisenstäbe, Messer, Äxte oder Keulen verwendeten. Kugeln waren rationiert.

Heute ist S-21 das Tuol Sleng Genozid Museum. Zehntausende haben es besucht, um zu sehen, was sich dort und im ganzen Land während der Herrschaft der Roten Khmer ereignet hatte.

Eines der quälenden Aspekte des Museums sind die Portraits, die die Roten Khmer von Gefangenen machten; 6000 dieser Portraits wurden wiederhergestellt. Einige sind im obigen Video zu sehen und andere kann man sich unten ansehen.

Jedes Bild ist in sich eine unermessliche traurige und tragische Geschichte.

Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Leon/Flickr)
Ein Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Mendhak/Flickr)
Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild:Damien Dempsey /Flickr)
Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild:  Maya-Anaïs Yataghène/Flickr)
Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Maya-Anaïs Yataghène/Flickr) 
Ein Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Maya-Anaïs Yataghène/Flickr)
Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Aleksandr Zykov/Flickr)
Ein Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Aleksandr Zykov/Flickr)
Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Aleksandr Zykov/Flickr)
Opfer des Genozids durch die Roten Khmer in Kambodscha. (Bild: Wikipedia)

 

 

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