Bericht von Zhang Yijie über die Spionage der Kommunistischen Partei Chinas auf internationalen Messen in China

12-05-2016 22:24:37 Autor:   Zhang Yijie Kategorien:   China , Wirtschaft

Zhang Yijie spricht offen aus, wie die Kommunistische Partei Chinas ausländische Firmen ausspioniert. (Bild: Zhang Yijie am 2. May 2015 - Laura Cooksey in ET)

Alle Messen, bei denen internationales Publikum erwartet wird, sind zwangsläufig unter der Kontrolle chinesischer Spione. Mit der neuesten Technik „erforschen“ sie die Herstellungs- und Verkaufspreise für die angebotenen Produkte.

Frau Zhang Yijie arbeitete als Beamtin für das chinesische Handelsministerium. In der Hoffnung, dass alle Menschen auf dieser Erde die Boshaftigkeit des chinesischen kommunistischen Regimes sowie die Schäden, die sie in der Gesellschaft der Nation verursacht, erkennen und in Zukunft abwenden können, schrieb sie diesen Bericht.

Die „Kanton Messe“ findet jeweils im Frühjahr und im Herbst statt. Sie ist die größte internationale Handelsmesse der Welt. Auf dieser Messe werden weltweit die meisten Handelsverträge abgeschlossen, denn hier werden alle Spitzenprodukte und Neuheiten einem internationalen Publikum vorgestellt.

Die Verkaufszahlen lesen sich wie ein Superlativ: Im Jahr  2008 waren auf der damaligen Messe mehr als 14.500 Aussteller aus 213 Ländern und Regionen. Insgesamt wurden 189.000 Interessenten die neuesten Technikinnovationen und Produkte vorgestellt. Der Umsatz der abgeschlossenen Verträge belief sich auf 37,5 Mrd. US-Dollar.

Das Handelsministerium ist der Hauptorganisator dieser Messe und koordiniert die acht größten und wichtigsten chinesischen Außenhandelsunternehmen. Hier wurde eine Handelsdelegation gebildet, deren Auftrag es war, mit ausländischen Geschäftsleuten zu verhandeln und die Verträge bis zur Unterschriftsreife zu vereinbaren.

Die Organisation der Handelsdelegation ist hierarchisch. Alles wird von einem zentralen Punkt aus einheitlich koordiniert.

Jede kantonesische Messe wird vom Büro des Handelsministeriums geleitet. Eine speziell dafür eingerichtete „Kommission“ ordnet daraufhin an, in den Ausstellungshallen der ausländischen Konkurrenten, Telefonleitungen zu verlegen. Diese Anweisung erhält das Handelsministerium vom Vize-Minister des Staatsrates für Arbeit. 

Alle Messen, bei denen internationales Publikum erwartet wird, sind zwangsläufig unter der Kontrolle chinesischer Spione. Mit der neuesten Technik „erforschen“ sie die Herstellungs- und Verkaufspreise für die angebotenen Produkte.

So sichert sich die Kommunistische Partei Chinas bei Verhandlungen die Oberhand über alle wirtschaftlichen Interessen.

Von 1992 an arbeitete ich als stellvertretende Leiterin im Kanton-Messe-Büro, wo jene führenden Köpfe hinter den Kulissen ihre Fäden gesponnen haben. Viele davon waren meine Kollegen und Vorgesetzten.  Mein Verantwortungsbereich als Vize-Managerin bezog sich unter anderem auf das Marketing, auf das Verfassen kurzer Berichte über den Verlauf der Messe und weitere geheime Tätigkeiten. Alle Informationen wurden an die Leitung des Handelsministeriums weitergereicht.

Ich bekam Einblick in die Arbeit eines nahezu unüberschaubaren Heeres an Mitarbeitern - allesamt gut geschulte Agenten des Ministeriums, die als Zivilisten gekleidet waren. Durch meine Arbeit hatte ich  engen Kontakt zu diesen Menschen. Sie waren Spezialisten auf vielen Gebieten, hauptsächlich Techniker des Militärs aus der Provinz Guangdong.

Einmal wurde ich von den Abhörtechnikern des Geheimdienstes aus Guangdong eingeladen, um ihre Anlage zu besichtigen. Der Abteilungsleiter erklärte mir im Vertrauen, dass die Geräte veraltet seien und nicht mehr den neuesten Standards entsprächen. Sicherlich hatte er gehofft, ich würde die neueste Technik für seine Abteilung anfordern.

Während meiner Zeit als Beamtin für Messeangelegenheiten erlebte ich aus nächster Nähe, wie die zweite Abteilung des Generalstabs (chin. Geheimdienst) die Koordination zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen leitete. Alle vom Geheimdienst gewonnenen  Informationen über unsere ausländischen Gäste und Messeteilnehmer, angefangen von technischen Details bis hin zu Preisinformationen, gingen über meinen Schreibtisch.

Ich empfand ein starkes Unbehagen beim Lesen der, aus dieser unrühmlichen Tätigkeit gewonnenen, Informationen. Es schien mir einfach nicht richtig zu sein. Ich schämte mich wegen der Bespitzelung unserer ausländischen Gäste. Wie konnte die Kommunistische Partei Chinas, der ich damals noch vertraute, ein solch ehrloses Verhalten an den Tag legen?

Damals versuchte ich das Verhalten des Staates über meine Interessen zu stellen. Aber mein „moralisches Unwohlsein“ änderte sich dadurch nicht. Irgendwann konnte ich dieses schäbige Verhalten nicht mehr ertragen und weigerte mich, die geheimdienstlichen Erkenntnisse weiterhin zu lesen. Ich bat darum, die Geschäftsdaten über unsere Gäste ungelesen an die Verhandlungsgruppe des Handelsministeriums schicken zu dürfen.

Der Druck des Militärs wuchs, um die vorhandene Abhöranlage auf den neuesten Stand bringen zu können. Ich bekam den Auftrag, das Geld dafür zu besorgen. Aufgrund organisatorischer Änderungen innerhalb des Militärs und des Handelsministeriums, brauchte ich mich letztendlich nicht mehr um die Geldbeschaffung kümmern.

Die KPCh hat die „Kanton Messe“ durch und durch sabotiert. Wirtschafts- und Handelsregeln unserer Gäste wurden missachtet. Funktionierende Handelsordnungen sollten auf Moral und Fairness basieren.

Durch den bösartigen Geist der KPCh wurde der freien Wirtschaft und dem freien Handel großer Schaden zugefügt. Ich habe die Hoffnung, dass die internationale Gesellschaft ihre Lektion aus den Geschehnissen  lernt und nicht weiter von diesem schamlosen und boshaften Verhalten geschädigt wird, oder sogar dieses Verhaltensmuster annimmt.

Ich hoffe auf einen schnellen Verfall der Kommunistischen Partei Chinas, damit Werte wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, die vor der verkommenen KPCh herrschten, wieder auferstehen können und die Menschen in die Zukunft führen.

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