Legenden des chinesischen Neujahrs

31-01-2017 04:45:03 Autor:   Vision Times Kategorien:   Traditionelle Kultur

Als die Dorfbewohner zurückkamen, konnten sie kaum glauben, dass die alte Dame und ihr Mann noch am Leben waren. (Bild: pixabay/CC0 1.0)

...Die Geschichte vom Neujahr

Es begann alles mit einem furchtbaren Monster... Im alten China gab es ein furchtbares Monster mit dem Namen Nian 年兽 (Betonung: nián shòu). Es fraß Menschen, ihre Ernte und ihr Vieh, immer am letzten Tag des Jahres. Niemand konnte das Monster besiegen. Die Leute konnten nur das Dorf verlassen und sich in den Bergen verstecken, um zu überleben.

Es heißt, dass eines Tages an Neujahr, vor langer langer Zeit, als die meisten Bewohner das Dorf schon verlassen hatten, eine alte Dame die Entscheidung traf zu bleiben. Ihr Mann war sehr krank und konnte nicht weg. Als sie für ihren Mann gerade etwas kochte, klopfte ein Bettler an die Tür und fragte nach Essen.

Die alte Dame hatte Mitgefühl und so bat sie ihn herein und sie aßen gemeinsam. Nach dem Essen fragte der Bettler:

Warum ist niemand sonst hier im Dorf?“

Die alte Dame erzählte ihm von Nian.

Keine Sorge!“, sagte er. „Ich kann euch helfen das Monster zu verjagen.“

Er lieh sich rotes Papier und rotes Leinentuch von ihr. Er klebte das rote Papier an die Tür und wickelte sich selbst in das rote Tuch. Dann setzte er sich nach draußen vor die Tür und wartete auf das Monster. Nian kam. Das hungrige, mürrische Monster näherte sich dem Haus und plante bereits, wie es den Bettler verschlucken würde.

 

Der Ursprung vom Löwentanz ist eng verbunden mit dem Ursprung der chinesischen Neujahrsfeiern. (Bild: danny chu via flickr/ CC BY 2.0)

 

Der Bettler begann den Bambusstab in seiner Hand zu verbrennen... Das knarksende Geräusch ängstigte Nian und machte das Monster so schwindelig und ängstlich, dass es gegen die Tür fiel. Als Nian die Augen öffnete, sah es das leuchtende rote Papier und seine Augen schmerzten schrecklich.

In diesem Moment zerhackte die alte Frau in der Küche Fleischknödel. Das Geräusch verursachte bei Nian schlimme Kopfschmerzen. Nian hielt es nicht mehr aus und schließlich rannte es davon. Plötzlich verschwand auch der Bettler und die überraschte alte Frau erkannte, dass er eigentlich ein Gott war.

Als die Dorfbewohner zurückkamen, konnten sie kaum glauben, dass die alte Dame und ihr Mann noch am Leben waren. Nachdem sie ihnen von ihrer wundervollen Begegnung erzählt hatte, übernahmen die Dorfbewohner alle diese Methoden. So schützten sie sich jedes Neujahr vor Nian, und Nian kam nie mehr wieder.

Das ist der Grund dafür, warum an den Haustüren von Chinesen während der Neujahrsfeier rote Zettel mit Reimen kleben, warum alle rote Kleidung tragen, Feuerwerke anzünden und Familien Fleischklöße machen, um das neue Jahr zu feiern.

Die Legende der Laternen, 燈籠 (deng lóng)

Vor langer langer Zeit... tötete ein Jäger aus Versehen den Lieblingsvogel eines Gottes. Der Gott war so sauer, dass er seine Soldaten ausschickte, um am fünften Tag des ersten Mondmonats das Dorf anzuzünden. Eine warmherzige Tochter des Gottes ertrug es nicht, die Tragödie zu erwarten und riskierte ihr Leben, um die Menschen im Dorf zu warnen.

 

Immer am fünften Tag des ersten Mondmonats soll mit dieser Tradition Unheil abgewendet werden. (Bild: pixabay.com/ CC0 1.0)

 

Die Leute bekamen es natürlich mit der Angst zu tun, aber ein Dorfältester hatte eine brilliante Idee... Sie hängten Laternen auf, zündeten Feuerwerke an und wollten den Gott Glauben machen, dass das Dorf schon herunterbrannte. Und es hat funktioniert!

Seitdem werden an jedem fünften Tag des Mondmonats Laternen aufgehängt, um Unheil abzuwenden. Das Laternenfestival findet also am 15. Tag des neuen Jahres statt und ist der letzte Tag sowie Abschluss der Neujahrsfeiern.

 

Die Macht vom roten Schächtelchen

Ein rotes Schächtelchen, oder ein roter Umschlag, ist ein traditionelles chinesisches Geldgeschenk zum neuen Jahr. Es hat einen eigenen Namen: 紅包 (hóng bāo) in Mandarin und 利是 in Kantonesisch. Chinesen stecken meistens etwas Geld in das rote Schächtelchen hinein und schenken es den Kindern.

 

Das Geld im roten Umschlag wird 壓歲錢 (yā suì qián) genannt. Oft ist der Geldbetrag an sich gering und eigentlich nur ein Symbol für gutes Glück. (Bild: Monica Song)

 

壓歲錢 (yā suì qián) heißt wörtlich „das Geld zur Vertreibung von Sui“. Es heißt, dass Sui eine böse Kreatur ist, die zu Neujahr Kinder attackiert. Es heißt, dass, wer von Sui berührt ist, seine Intelligenz verliert. Eines Tages legte ein Paar einen roten Umschlag mit acht Münzen unter das Kissen ihres Kindes. Das Kind blieb unberührt von Sui.

Im Buddhismus heißt es, dass alles Leben hat und man glaubt an die Wiedergeburt. So stellten die Eltern später fest, dass die Münzen Inkarnationen von acht Gottheiten waren. Seitdem legen viele Eltern rote Umschläge mit Münzen unter die Kissen ihrer Kinder, um sie zu beschützen. Rote Umschläge werden nach Neujahr verschenkt. Die Tradition sagt, dass man das Geschenk in beide Hände nehmen soll und man dem Beschenkten bei der Übergabe unbedingt ansehen muss.

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