Alkoholismus unter Jugendlichen - Wie kann man sich dem entziehen?

28-02-2017 05:25:12 Autor:   Visiontimes Kategorien:   Gesundheit

Unter allen Altersgruppen sind die Jugendlichen diejenigen, die vom Alkohol am stärksten getroffen werden. (Bild: pixabay / CC0 1.0)

Jedes Jahr steigt die Zahl der Alkoholsüchtigen, was uns alarmieren sollte, denn die Alkoholsucht wird als eine der Hauptursachen für einen verfrühten Tod betrachtet. Trotzdem trinken viele Menschen immer noch gerne Alkohol und bevorzugen gerade Hochprozentiges, obwohl sie eigentlich nicht viel davon vertragen.

Besonders bei den Jugendlichen ist der Alkoholkonsum erschreckend. Die jungen Menschen sind am Anfang natürlich noch nicht süchtig und wollen sich nur als "Erwachsene" beweisen. In der Altersspanne zwischen 12 bis 20 Jahren kommen die meisten Jugendlichen in Kontakt mit Alkohol und landen infolge der geringen Alkohol-Toleranz schneller als gedacht in ernsten Suchtproblemen, oft mit schwerwiegenden Konsequenzen.

Da das Gehirn bei Jugendlichen sich noch in einem Entwicklungsstadium befindet, kann die Suchtanfälligkeit durch den leichtsinnigen Umgang mit Alkohol schneller auftreten als bei Erwachsenen. Bei den Jugendlichen reift der Bereich des Gehirns, der für die Lust zuständig ist, früher als der Bereich des Gehirns, der für die Kontrolle und fundierte Entscheidungsfindung verantwortlich ist.

Die Jugendlichen können in der Phase der Gehirnentwicklung und - ausbildung die Konsequenzen eines übermäßigen Alkoholkonsums nicht richtig einschätzen. Die schnell eintretende Abhängigkeit vom Alkohol gefährdet oft ihre Sicherheit und Gesundheit, führt zu körperlichen sowie geistigen Beeinträchtigungen bei täglichen Aktivitäten, sogar zu dauerhaften Fehlfunktionen. Darüber hinaus können dadurch Lebensziele verloren gehen und zwischenmenschliche Beziehungen zerbrechen.

Der Beginn des Alkoholkonsums

Gewöhnlich beginnt der Griff zum Alkohol unter den Jugendlichen um das 13. Lebensjahr. Es gibt verschiedene Gründe, warum junge Menschen sich zum Alkohol zuwenden. Sie wollen erstmal vieles ausprobieren und lassen sich leicht durch das Umfeld, die Werbung oder "falsche" Vorbilder beeinflussen. Alkohol enthemmt und bietet Fluchtdimensionen vor unangenehmen Dingen, seien es negative Gefühle, Entscheidungen, die anstehen, offene Lebensfragen oder Konflikte und Probleme. Trotzdem liegt die Wahl immer noch bei dem jungen Menschen selbst, ob er sich für Alkohol entscheidet. Es stellt sich die Frage, ob Alkoholismus ein moralisches Problem und ein Mangel an Willenskraft bedeutet. Ist in der Familiengeschichte Alkoholismus aufgetreten, so kennen die Nachkommen diese Problemart und lassen sich davon weniger  ergreifen. Allerdings gibt es nicht selten gegenteilige Fälle. bei denen die Kinder das Alkohol-Verhalten bei den Eltern unbewußt nachahmen. 

Die Gefahr, die durch die Alkoholsucht herauf beschwört wird.

      

Alcohol is a significant factor in car crashes, affecting both drivers and passengers. (Image: pexels / CC0 1.0)                                  Alkohol ist der entscheidende Faktor für Autounfälle und trifft sowohl den Fahrer als auch die Mitfahrenden. (Bild: pexels / CC0 1.0)

Während der Pubertät gibt es viele hormonelle Veränderungen im Körper eines jungen Menschen. Diese Hormone fördern Wachstumsfaktoren und erhöhen die Produktion anderer Hormone, die für die normale Organentwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Übermäßiger Alkoholkonsum während der Pubertätszeit kann das wichtige Hormongleichgewicht beeinträchtigen, das für die normale Entwicklung von Organen, Knochen und Muskeln unabdingbar ist.  

So wie hormonelle Veränderungen während der Pubertät auftreten, entwickelt sich auch das Gehirn in dieser Zeit. Die Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn sind besonders schwerwiegend, weil sie erheblich die Gedächtnisfähigkeit, das langfristige Denken und die Koordinations-Fähigkeit schädigen. Angetrunkene Jugendliche neigen zu impulsiven Entscheidungen. Viele Jugendliche, die unter Alkohol stehen, geraten leicht in agressive oder depressive Gemütszustände.

Schließlich sind Jugendliche, die unter Alkoholsucht leiden, eher an  körperlichen Gewalttaten und sexuellen Übergriffen beteiligt. Darüber hinaus schützen sich Jugendliche, die Alkohol trinken, bei sexuellen Aktivitäten oft nicht, und unterliegen dann einem erhöhtem Risiko, sich mit übertragbaren Krankheiten anzustecken oder mit einer ungeplanten Schwangerschaft konfrontiert zu werden.

Alkoholkonsum ist ein bestimmender Faktor für Autounfälle, deshalb darf dieser Tatbestand nicht unterschätzt werden. Zudem betrifft die  Alkoholsucht unter den Jugendlichen nicht nur sie selber, sondern auch die Menschen um sie herum und die Gesellschaft im Allgemeinen. Sie führt zu gesellschaftlichen Problemen und ist selbst ein Ausdruck für gesellschaftliche Probleme.

Mit den Jugendlichen sprechen: Vorbeugen ist besser als heilen

Vielleicht ist der beste Weg, um mit Alkoholproblemen umzugehen, die Jugendlichen mit Vernunft vom Alkohol abzuhalten. Eltern, Verwandte, Lehrer und Freunde haben einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen, die Jugendliche in ihrem Leben machen. Deshalb ist es wichtig, mit ihnen offen und ehrlich über die Konsequenzen der Alkoholsucht zu sprechen und ihnen verstehen zu helfen.

Gerade in den jungen Jahren muss die Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit der Kinder auch von den Eltern und anderen Bezugspersonen unterstützt werden. Wird zu Hause eine Atmosphäre geschaffen, die die Bedeutung der psychischen Gesundheit und der Vorbeugung gegen den Alkoholkonsum bei Kindern formt und prägt, dann kann das Risiko, dass die Kinder Alkohol nehmen oder sich unvernünftig verhalten, verringert werden. 

Deshalb sollten wir, Erwachsene, ein positives Vorbild für die Kinder sein. Kurz gesagt, wir sollten das praktizieren, was wir predigen. Wir brauchen von unseren Kindern nicht zu erwarten, dass sie mit dem Trinken aufhören, wenn sie uns beim übermäßigen Alkoholkonsum sehen. Außerdem sollten wir uns in unsere Jugendjahre zurück versetzen, um die Kinder besser verstehen zu können. Bestätigen wir doch unseren Kindern, dass sie uns wichtig sind und wir uns verantwortsvoll um sie kümmern. Wir sollten wissen, wer ihre Freunde sind, und wo und was sie machen. Ermutigen wir die Kinder zur Entscheidungsfindung und Unabhängigkeit; aber da, wo Grenzen wichtig sind, setzen wir auch welche. 

Helfen wir den Teenagern, alternative Aktivitäten zu finden. Informieren wir uns über Schulaktivitäten, die das Kind interessieren und inspirieren könnten, damit sie sich anschließen und daran teilnehmen. Jugendliche, die in Sport- oder Sozialgruppen aktiv sind, beteiligen sich weniger an Trinksitzungen. 

Wie lässt sich die Sucht stoppen? 

Sollten wir merken, dass unsere Kinder mit Alkohol experimentieren und schon zu viel Alkohol nehmen, dann ist Hilfe sofort nötig. Eine professionelle Beratung sollte hinzu gezogen werden, wenn das Problem in der Familie nicht gelöst werden kann. Es gibt Beratungsstellen für Drogenmissbrauch oder für ernstere Fälle ist ein Aufenthalt in einer Entzugsklinik empfehlenswert. 

Take away

Bei Jugendlichen ist Alkohol die am häufigsten verbrauchte und missbrauchte Droge. Der übermäßige Alkoholkonsum zieht ernste und lebensbedrohliche Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft nach sich. Die meisten Jugendlichen nutzen Alkohol, um vor anliegenden Problemen oder Situationen zu fliehen. 

Die Heranwachsenden brauchen unsere Aufmerksamkeit und Überwachung, um die möglichen umfangreichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen des Alkoholkonsums aufJugendliche zu vermeiden oder zu verringern. Das Einschreiten der Eltern, Verwandten, Lehrer, Freunde und anderen Menschen kann dazu wesentlich beitragen, den Start in den Alkoholismus zu behindern. 

Gesundheitliche Beratungstellen, Selbsthilfevereine oder der Hausarzt sind gute Wege, um Jugendliche in ärztliche Behandlung und Überwachung zu geben, wenn man als Vertrauensperson überfordert ist, aber helfen möchte.

 

 

 

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