Die Algenfassade als umweltfreundliche Energiequelle

19-08-2017 09:32:43 Autor:   Maria Betke Kategorien:   Forschung , Videos

Die umweltfreundliche Algenfassade als Pilotprojekt. (Bild: youtube.com)

In Hamburg -Wilhelmsburg steht ein Haus mit einer grünen Aquarium-Fassade. Schaut man näher hin, dann sieht man in den 129 Glaspaneelen giftgrünes Wasser, das blubbert, und Gase, die nach oben steigen. Mikro-Algen wachsen darin rasant, da sie Kohlendioxid als Abgas aus der hauseigenen Gasheizung und Licht durch die Glasscheiben bekommen. Auch Druckluft wird zugeführt, um die Pflanzen durcheinander zu wirbeln. So produziert die Alge umweltfreundliche und regenerierbare Energie und Biomasse. 

Eine Algen-Erntemaschine steht in der Energiezentrale des Mietshauses und besteht aus einem Kessel, das 300 Liter Wasser fasst. Hier wird die grüne Masse mit dem Sauerstoff zu feinem Schaum verquirlt. Die Algen setzen sich mit den Luftbläschen oben ab und lassen sich abschöpfen. Sie können als Fischfutter, Nahrungsmittel, Rohstoff für die Pharma- und Kosmetik-Industrie oder zur Energiegewinnung verwendet werden. Die anderen Restalgen fließen mit der Brühe zurück in die Reaktoren. (Quelle: AKTIVonline – https://www.aktiv-online.de/nachrichten/detailseite/news/bei-diesem-haus-blubbert-die-fassad e-6207)

Gleichzeitig dienen die Fassadenelemente auch als Solarthermie-Module, die 38 Prozent der eingestrahlten Sonnenenergie als Wärme einfangen können. Dabei wird im Sommer die Wärme liebende Alge Chlorella und im Winter die kältefeste Sorte aus der Arktis eingesetzt. Der Hydrobiologe Martin Kerner erklärt: 

„Fassaden von Industrie-Bauten eignen sich wunderbar als Anbaufläche für Algen“.

„Man könnte Abwässer und Klärschlamm füttern, Kohlendioxid reduzieren, Energie und viel Wertstoff gewinnen.“

Da die Algen CO2-Emissionen speichern, sind sie besonders an Industrie-Gebäuden sinnvoll. Der nächste Vorteil ist die Eigenschaft, dass sie rund fünf bis zehnmal so viel Biomasse wie normale Landpflanzen produzieren können. Auch brauchen bei ihrer Züchtung keine landwirtschaftliche Flächen belegt werden. Die Algenreaktoren als „urbaner Ackerbau“ werden auch in Betracht gezogen, Klimaemissionen von konventionellen Kraftwerken zu speichern. Demnach eröffnen sich immer weitere Anwendungsmöglichkeiten für Algen. 

 

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